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Betrieblichen Ausbildungsplan erstellen: Anleitung mit Beispiel

Noel Lang4 Min. Lesezeit

Der betriebliche Ausbildungsplan überträgt den Ausbildungsrahmenplan der Ausbildungsordnung in 4 Schritten auf deinen Betrieb: Er legt fest, wann, wo und wie welche Ausbildungsinhalte vermittelt werden. Als Ausbilder bist du verpflichtet, ihn zu erstellen; er ist Anlage zum Ausbildungsvertrag (§ 11 BBiG). Diese Anleitung zeigt dir in 4 Schritten, wie du ihn aufbaust, mit einer Beispiel-Tabelle zum Nachbauen. In der AEVO-Prüfung gehört das Thema zu Handlungsfeld 2.

Drei Dokumente hängen zusammen, und das verwechseln viele. Die Ausbildungsordnung ist die bundesweite Rechtsgrundlage für einen Beruf. In ihr steckt der Ausbildungsrahmenplan, der die zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse sachlich und zeitlich grob vorgibt. Beides ist für alle Betriebe gleich.

Der betriebliche Ausbildungsplan ist die Übersetzung davon in deinen Betrieb: Welche Abteilung vermittelt welchen Inhalt, in welchem Ausbildungsjahr, an welchem Lernort. Das Erstellen ist Teil von Handlungsfeld 2: Ausbildung vorbereiten.

Ein guter Ausbildungsplan beantwortet zwei Fragen:

  • Sachliche Gliederung: Welche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten werden vermittelt? Sie stammen aus dem Ausbildungsrahmenplan und werden auf konkrete betriebliche Aufgaben und Lernorte heruntergebrochen.
  • Zeitliche Gliederung: Wann im Ausbildungsverlauf passiert das? Sie ordnet die Inhalte den Ausbildungsjahren und Abteilungen zu, sinnvollerweise abgestimmt mit dem Berufsschulunterricht.
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1. Ausbildungsrahmenplan besorgen

Lade den Ausbildungsrahmenplan aus der Ausbildungsordnung deines Berufs (kostenlos beim BIBB). Er ist deine verbindliche Inhaltsvorgabe.

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2. Inhalte auf Abteilungen und Lernorte verteilen

Ordne jedem Rahmenplan-Punkt eine Abteilung oder einen Arbeitsplatz zu, an dem er praktisch vermittelt wird. Das ist die sachliche Gliederung.

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3. Zeitlich takten

Verteile die Inhalte über die Ausbildungsjahre und lege Zeiträume fest. Berücksichtige den Berufsschul-Rahmenlehrplan, damit Betrieb und Schule zusammenpassen.

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4. Dokumentieren und dem Vertrag beilegen

Halte den Plan schriftlich fest und lege ihn dem Ausbildungsvertrag bei (§ 11 BBiG). Er ist die Grundlage, an der sich auch das Berichtsheft orientiert.

Die folgende Tabelle zeigt einen Ausschnitt für das erste Ausbildungsjahr. Du kannst sie als Vorlage nehmen und mit den Inhalten deines Ausbildungsrahmenplans füllen.

ZeitraumAbteilung / LernortInhalt / LernzielNachweis
1. bis 3. MonatEmpfang / EinarbeitungBetrieb, Aufbau und Sicherheitsvorschriften kennenlernenBerichtsheft, Gespräch
4. bis 8. MonatFachabteilungGrundlegende berufstypische Arbeitsaufgaben selbstständig ausführenBerichtsheft, Beurteilung
9. bis 12. MonatFachabteilung / BerufsschuleErste komplexere Aufgaben, Abstimmung mit dem BerufsschulstoffBerichtsheft, Zwischengespräch

Viele IHKs und Handwerkskammern stellen kostenlose Muster-Ausbildungspläne für einzelne Berufe bereit, oft direkt zum Ausfüllen. Frag bei deiner zuständigen Kammer nach oder nutze die Beispiel-Tabelle oben als Startpunkt. Wichtig: Eine Vorlage ist immer nur ein Gerüst, die Inhalte musst du aus dem Ausbildungsrahmenplan deines Berufs übernehmen.

"Ausbildungsrahmenplan und betrieblicher Ausbildungsplan sind dasselbe." Nein. Der Ausbildungsrahmenplan ist bundesweit einheitlich und Teil der Ausbildungsordnung. Der betriebliche Ausbildungsplan überträgt ihn auf deinen konkreten Betrieb.

"Den Plan macht die IHK." Nein. Der Ausbildungsbetrieb erstellt den Plan, die Kammer berät und prüft nur. Verantwortlich bist du als Ausbilder.

"Der Ausbildungsplan ist optional." Nein. Er ist Pflichtanlage zum Ausbildungsvertrag (§ 11 BBiG). Ohne ihn ist die Ausbildung formal nicht sauber aufgesetzt.

Der Ausbildungsplan gehört zu Handlungsfeld 2 (Ausbildung vorbereiten). In der schriftlichen Prüfung tauchen dazu typischerweise Aufgaben auf, in denen du die richtige Reihenfolge der Ausbildungsvorbereitung bringst oder einen individuellen bzw. verkürzten Ausbildungsplan beurteilst (Themen laut IHK-Musteraufgabensatz). Auch die Frage, wo die Ausbildungsinhalte verbindlich festgelegt sind (Ausbildungsrahmenplan, nicht Rahmenstoffplan der Schule), wird gern geprüft.

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