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title: "Ausbildung vorbereiten: AEVO-Handlungsfeld 2"
description: "Handlungsfeld 2 der AEVO: vom Ausbildungsrahmenplan zum betrieblichen Ausbildungsplan, Ausbildungsvertrag (§§ 10 bis 16 BBiG) und Anmeldung. So bereitest du vor."
url: https://einfach-aevo.de/handlungsfelder/ausbildung-vorbereiten
type: cluster
role: anleitung
published: 2026-03-09
updated: 2026-07-09
site: "Einfach AEVO"
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# Ausbildung vorbereiten (Handlungsfeld 2 der AEVO)

> Handlungsfeld 2 der AEVO: vom Ausbildungsrahmenplan zum betrieblichen Ausbildungsplan, Ausbildungsvertrag (§§ 10 bis 16 BBiG) und Anmeldung. So bereitest du vor.

In Handlungsfeld 2 bereitest du alles vor, was vor dem ersten Ausbildungstag stehen muss, und das Herzstück ist eine **Ableitungskette in 3 Stufen**. Die Ausbildungsordnung und der Ausbildungsrahmenplan geben vor, *was* gelernt wird, dein betrieblicher Ausbildungsplan überträgt das auf deinen Betrieb, also *wann, wo und wie*. Dazu kommen der Ausbildungsvertrag (§§ 10 bis 16 BBiG), die Anmeldung bei Berufsschule und Kammer und die Auswahl der Bewerber. HF2 ist der zweite der [vier Handlungsfelder](/handlungsfelder) und stellt grob ein Fünftel der schriftlichen Prüfung. Dieser Leitfaden führt dich durch alle Schritte.

**Das Wichtigste in Kürze**

- Der Prüfungsstoff folgt einer **Ableitungskette**: Ausbildungsordnung, dann Ausbildungsrahmenplan, dann dein betrieblicher Ausbildungsplan.
- Der **betriebliche Ausbildungsplan** übersetzt den bundesweiten Rahmenplan in dein Unternehmen: wann, wo und wie welche Inhalte vermittelt werden.
- Der **Ausbildungsvertrag** muss vor Beginn schriftlich vorliegen und Pflichtinhalte enthalten (§§ 10 bis 16 BBiG).
- Die **Probezeit** dauert mindestens einen und höchstens vier Monate (§ 20 BBiG); in ihr ist jederzeit fristlos kündbar.
- Vor dem Start meldest du an: das Ausbildungsverhältnis bei der **Kammer** (Eintragung ins Verzeichnis, § 34 BBiG) und den Azubi bei der **Berufsschule**.

> **Hinweis:** Diese Seite gehört zu **Handlungsfeld 2** und ist Teil unseres [Überblicks zu den vier Handlungsfeldern der AEVO](/handlungsfelder). HF2 baut auf [Handlungsfeld 1](/handlungsfelder/ausbildungsvoraussetzungen) auf: Erst wenn der Betrieb ausbilden darf, folgt die konkrete Vorbereitung.

## Die Ableitungskette: vom Gesetz zum Betrieb

Der wichtigste Denkschritt in Handlungsfeld 2: Ein betrieblicher Ausbildungsplan fällt nicht vom Himmel, du **leitest ihn ab**. Diese Kette solltest du sicher erklären können.

1. **Ausbildungsordnung**: Die rechtliche Grundlage jedes anerkannten Ausbildungsberufs. Sie legt bundesweit einheitlich fest: Berufsbezeichnung, Ausbildungsdauer, das Ausbildungsberufsbild (die zu vermittelnden Fertigkeiten und Kenntnisse) und die Prüfungsanforderungen.
2. **Ausbildungsrahmenplan**: Teil der Ausbildungsordnung. Er gliedert die Inhalte sachlich und zeitlich: Was soll in welchem Ausbildungsjahr vermittelt werden? Er ist die bundesweite Vorgabe, aber noch nicht auf deinen Betrieb zugeschnitten.
3. **Betrieblicher Ausbildungsplan**: Deine Übersetzung des Rahmenplans auf den eigenen Betrieb: welche Abteilung wann welchen Inhalt vermittelt, mit welchen Zuständigen und in welcher Reihenfolge. Er ist Anlage zum Ausbildungsvertrag.

Wie du den letzten Schritt konkret machst, also aus dem Rahmenplan einen einsatzfähigen betrieblichen Plan baust, zeigt dir Schritt für Schritt unsere Anleitung [Ausbildungsplan erstellen](/blog/ausbildungsplan-erstellen).

## Der Ausbildungsvertrag

Vor Beginn der Ausbildung muss der **Ausbildungsvertrag** geschlossen und sein wesentlicher Inhalt schriftlich niedergelegt werden (§§ 10, 11 BBiG). Zu den Pflichtinhalten gehören unter anderem:

- Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Ausbildung
- Beginn und Dauer der Ausbildung
- Dauer der **Probezeit**
- Zahlung und Höhe der Ausbildungsvergütung
- tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit
- Dauer des Urlaubs und Kündigungsvoraussetzungen

Der Vertrag wird bei der zuständigen Stelle ins **Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse** eingetragen (§ 34 BBiG). Erst mit dieser Eintragung ist formal alles korrekt aufgesetzt. Kündigung und vorzeitige Auflösung sind eng geregelt (§§ 22, 23 BBiG), das gehört inhaltlich aber schon in Richtung Handlungsfeld 4.

> **Tipp:** **Die Probezeit richtig kennen.** Jedes Ausbildungsverhältnis beginnt mit einer Probezeit von **mindestens einem und höchstens vier Monaten** (§ 20 BBiG). In der Probezeit können beide Seiten jederzeit **ohne Frist und ohne Angabe von Gründen** kündigen. Danach kann der Betrieb nur noch aus wichtigem Grund fristlos kündigen, eine ordentliche Kündigung durch den Betrieb ist dann ausgeschlossen. Diese Regel ist ein Prüfungsklassiker.

## Bei der Einstellung mitwirken

Handlungsfeld 2 heißt vollständig "Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken". Zur Vorbereitung gehört also auch die **Bewerberauswahl**. Wichtig für die Prüfung: Die Auswahl muss **diskriminierungsfrei** sein. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligungen wegen Alter, Geschlecht, Behinderung, ethnischer Herkunft, Religion oder sexueller Identität, schon in der Stellenausschreibung und im Auswahlverfahren (§§ 1, 7 AGG). Eine Ausschreibung "junger, belastbarer Azubi (m)" wäre also gleich doppelt angreifbar. Zur Vorbereitung zählen außerdem ein sauberes Anforderungsprofil und ein strukturiertes Auswahlverfahren.

## Anmeldung und Kooperation der Lernorte

Bevor es losgeht, meldest du an zwei Stellen an: das **Ausbildungsverhältnis bei der zuständigen Kammer** (Eintragung ins Verzeichnis, § 34 BBiG) und den **Azubi bei der Berufsschule**. Weil die Ausbildung dual läuft, musst du dich mit der Berufsschule abstimmen: Der betriebliche Ausbildungsplan und der schulische Rahmenlehrplan sollen ineinandergreifen, damit theoretische und praktische Inhalte zeitlich zusammenpassen. Diese **Kooperation der Lernorte** (Betrieb, Berufsschule, bei manchen Berufen überbetriebliche Ausbildungsstätten) ist ein eigenes Prüfungsthema in Handlungsfeld 2.

## Was oft falsch verstanden wird

**"Ausbildungsrahmenplan und betrieblicher Ausbildungsplan sind dasselbe."** Nein. Der Ausbildungsrahmenplan ist die bundesweite Vorgabe aus der Ausbildungsordnung. Der betriebliche Ausbildungsplan ist deine Übersetzung davon auf den eigenen Betrieb. Der eine sagt *was*, der andere *wann, wo und wie*.

**"Der Ausbildungsvertrag kann auch mündlich geschlossen werden."** In der Praxis riskant und prüfungstechnisch falsch gedacht: Der wesentliche Vertragsinhalt muss schriftlich niedergelegt werden, bevor die Ausbildung beginnt (§ 11 BBiG), und der Vertrag wird bei der Kammer eingetragen.

**"Nach der Probezeit kann der Betrieb den Azubi normal kündigen."** Nein. Nach der Probezeit ist eine ordentliche Kündigung durch den Betrieb ausgeschlossen. Er kann nur noch aus wichtigem Grund fristlos kündigen (§ 22 BBiG). Das unterschätzen viele.

## Wo begegnet dir das in der Prüfung?

Eine typische Aufgabe aus Handlungsfeld 2 klingt so: "Bringen Sie die folgenden Schritte der Ausbildungsvorbereitung in die richtige Reihenfolge" (etwa: Anforderungsprofil erstellen, Bewerber auswählen, Vertrag schließen, bei der Kammer eintragen, betrieblichen Plan erstellen). Oder: "Welche Angaben gehören zu den Pflichtinhalten des Ausbildungsvertrags?" mit mehreren richtigen Antworten. Du sollst also anwenden und zuordnen, nicht Paragrafen zitieren. Übe das an echten Aufgaben in unserem [kostenlosen Fragenkatalog](/pruefungsfragen).

## Häufige Fragen zu Handlungsfeld 2

### Was ist der Unterschied zwischen Ausbildungsrahmenplan und betrieblichem Ausbildungsplan?

Der **Ausbildungsrahmenplan** ist die bundesweit einheitliche Vorgabe aus der Ausbildungsordnung, er sagt, *was* in welchem Jahr vermittelt wird. Der **betriebliche Ausbildungsplan** überträgt das auf deinen Betrieb, er sagt *wann, wo und wie*, und ist Anlage zum Ausbildungsvertrag.

### Wer erstellt den betrieblichen Ausbildungsplan?

Der **Ausbildungsbetrieb** erstellt ihn, in der Praxis meist der Ausbilder oder die Ausbildungsleitung. Grundlage ist der Ausbildungsrahmenplan des jeweiligen Berufs. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du unter [Ausbildungsplan erstellen](/blog/ausbildungsplan-erstellen).

### Wie lange dauert die Probezeit in der Ausbildung?

Die Probezeit dauert **mindestens einen und höchstens vier Monate** (§ 20 BBiG). In dieser Zeit können beide Seiten jederzeit ohne Frist und ohne Grund kündigen.

### Wo muss ich das Ausbildungsverhältnis anmelden?

Du meldest es bei der **zuständigen Stelle** (IHK oder Handwerkskammer) an, die es ins Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse einträgt (§ 34 BBiG). Zusätzlich meldest du den Azubi bei der zuständigen **Berufsschule** an.

### Was passiert, wenn ich durchfalle?

Zuerst zur Beruhigung: **89,2 Prozent** der Teilnehmenden bestehen die Ausbildereignungsprüfung (BIBB-Datenreport 2024, Berichtsjahr 2022). Fällst du durch, wiederholst du nur den nicht bestandenen Teil, der bestandene Teil kann angerechnet werden (§ 4 AEVO). In der Regel sind bis zu **zwei Wiederholungen** möglich; die Bedingungen und die erneute, je nach Kammer unterschiedliche Prüfungsgebühr regelt deine IHK oder Handwerkskammer. Du hast zudem das Recht, Einsicht in dein Prüfungsprotokoll zu nehmen.

## So geht's weiter

Ist die Ausbildung vorbereitet, beginnt die eigentliche Arbeit am Azubi. Der logische nächste Schritt ist **Handlungsfeld 3, Ausbildung durchführen**, das mit rund der Hälfte der Prüfung der Schwerpunkt ist und den Stoff für die praktische Prüfung liefert. Du findest es in der Kartenübersicht unten und im [Überblick zu den vier Handlungsfeldern](/handlungsfelder).

**Das passt zu Handlungsfeld 2**

- [Ausbildungsvoraussetzungen prüfen (Handlungsfeld 1 der AEVO)](https://einfach-aevo.de/handlungsfelder/ausbildungsvoraussetzungen): Handlungsfeld 1: Eignung von Betrieb und Ausbilder, duales System, Mitwirkende.
- [Handlungsfeld 3: Ausbildung durchführen](https://einfach-aevo.de/handlungsfelder/ausbildung-durchfuehren): Handlungsfeld 3: Methoden, Lernziele und Lernbereiche. Der Schwerpunkt der Prüfung.
- [Betrieblichen Ausbildungsplan erstellen: Anleitung mit Beispiel](https://einfach-aevo.de/blog/ausbildungsplan-erstellen): Schritt-für-Schritt: aus dem Ausbildungsrahmenplan einen betrieblichen Ausbildungsplan bauen.
- [Ausbildungsvertrag](https://einfach-aevo.de/lexikon/ausbildungsvertrag): Pflichtinhalte, Form und Eintragung des Berufsausbildungsvertrags.

**So geht es weiter**

- [Handlungsfeld 3: Ausbildung durchführen](https://einfach-aevo.de/handlungsfelder/ausbildung-durchfuehren): Setze die vorbereitete Ausbildung nun mit Lernzielen, Methoden und Begleitung praktisch um.

**50 typische IHK-Prüfungsfragen.**

Sitzt die Ableitungskette und der Ausbildungsvertrag aus Handlungsfeld 2 schon? Teste dich mit den häufigsten Aufgaben im Stil des IHK-Musteraufgabensatzes, inklusive Lösungswegen und Gesetzesbezug. Als interaktives PDF-Workbook.

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Quelle: Einfach AEVO, https://einfach-aevo.de/handlungsfelder/ausbildung-vorbereiten
